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Avatare

Avatare sind fiktive Darstellungen von Teilnehmern in Foren, Chaträumen oder Blogs im Internet. Sie illustrieren als Abbild desjenigen das hinterlegte Profil und seine Beiträge. Damit schaffen sie eine Wiedererkennbarkeit und Vertrautheit, wie bei einer realen Person. Meist handelt es sich um beliebige Bilder, Karikaturen oder andere grafische Darstellungen, die unabhängig vom realen Bild desjenigen sind. Es können aber auch künstlerisch verfremdete Darstellungen realer eigener äußerer Merkmale sein. Mehr noch als das Äußere von Personen bestimmen allerdings tatsächlich vorhandene oder erwünschte charakterliche Eigenschaften, Stärken oder Vorzüge die Wahl. Avatare besitzen meist eine ausgeprägte Symbolkraft. Avatare können Schönheit, Kraft, Klugheit und Mystik, aber auch Verspieltheit, Clownerie oder Zynismus beispielsweise ausstrahlen. Sie können statische grafische Elemente sein, oder durch Animation einen zusätzlichen Aufmerksamkeitswert besitzen.

Avatare heißen auch die virtuellen Kunstfiguren, die anstelle realer Personen in virtuellen Computerwelten agieren. Diese oft sehr aufwendig erstellten künstlichen Identitäten sind die grafischen Stellvertreter der Menschen vor dem Computer. Vielfach sind sie durch Tastatur-, Maus- oder Toucheingabe sehr sensibel steuerbar. Sie können bei hohem grafischen Computerpotenzial, künstlerischer Perfektion der Programmierer und entsprechender Qualität der verwendeten Bildschirme sogar den Anschein lebensechter Figuren erwecken. Avatare werden gelegentlich in konkreten virtuellen Szenerien auch als Charakter bezeichnet. Was dann aber nicht den fiktiven Körpertausch meint, sondern die Zugehörigkeit des Avatar zu einer eigenständigen virtuellen Wertestruktur. Im Grunde sind auch kleine Animationen wie die handelnden Figuren in Konsolenspielen Avatare.

Die Computerindustrie arbeitet mittlerweile an Steuerungen, die Avatare und ihre Besitzer gedanklich direkt miteinander verbinden. So, wie in dem Film "Avatar - Aufbruch nach Pandora" von James Cameron. Durch diesen Film ist im übrigen der Begriff des Avatar erstmals von einer wirklich breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen worden. Bekannt ist er seit ewiger Zeit aus dem Sanskrit in seiner Bedeutung von Herabstieg und Inkarnation. Das meint die Menschwerdung hinduistischer Götter, insbesondere Vishnus. Aber auch die griechische Mythologie kennt diesen Vorgang der Stellvertretung. Göttervater Zeus liebte es demnach, sich in einen Schwan zu verwandeln, um seinen irdischen Gelüsten nachzugehen. In der Literatur taucht der Begriff 1857 auf. Im Roman "Avatar" des Franzosen Théophile Gautier schlüpfen die Akteure ebenfalls in neue Identitäten, um dann unerkannt zu agieren.

Eine völlig neue Komponente bekommt das Thema Avatare durch die moderne Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Personifizierte virtuelle Helfer erwarten die Besucher auf den Internetseiten von Möbelhäusern oder Telekommunikationsunternehmen etwa. Pkw-Hersteller experimentieren mit stetig präsenten fiktiven Beifahrern, die per Screen die Bedienung des Fahrzeuges erläutern, oder in Grenzsituationen Verhaltensempfehlungen geben.